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Hier ein kleines Special über die Frankfurter Musik Messe 2003.

 
     

Die Variax modeling Gitarre von Line6

6 märz 2003

Auf keinen Fall verpassen darf man die Möglichkeit, die neue Variax modeling Gitarre von Line6 auszuprobieren. Entweder um sich zu beweisen, dass es sich dabei um eine zum Scheitern verdammte Laune der Gitarrenentwicklung handelt oder dass dies die Zukunft des Gitarrenbaus sein könnte. Leider ist es verdammt schwierig ein abschliessendes Urteil über die Sounds der Variax zu machen, da man sie nur über einen POD XT und Sennheiser Kopfhörer testen kann. Da braucht man schon ein gewisses Abstraktionsvermögen.
Mein erster Versuch war äußerst ernüchternd (schüttel!). Später habe ich es dann mit der Hilfe eines Line6 Mitarbeiter nochmal probiert und ich muss zu meiner eigenen Verblüffung zugeben, dass das System funktioniert. man bekommt eindeutig Les Paul, Stratocaster oder 12-string Akustik Töne aus der Variax, nur bleibt es ein merkwürdiges Gefühl dabei immer dieselbe Gitarre in der Hand zu halten (es soll ja auch feine Handlingunterschiede zwischen den Gitarrenmodellen geben).
Das einzige, was die Variax nicht konnte, waren Vibratos durch Verbiegen des Halses. Die Body/Hals-Verbindung ist absolut unbeweglich! Alle meine sonstigen Versuche, die Line6 Entwickler auszutricksen waren erfolglos (Spielen hinter der Brücke, tapping, pitch harmonics etc pp).

     

Eine weitere Neuheit, die es wert ist, ausprobiert zu werden, scheint der neue Marshall ModeFour 2-in-1 Verstärker zus sein. Wenn man es in der Praxis schafft diegleichen Sounds aus dem Top zu kitzeln, wie die Marshall-Band Gitarristen Phil Hilborne (benutzt Amp1) und Chris George (Amp 2), sollte man eigentlich rundum zufrieden sein. Der Amp scheint alles hinzubekommen, von warm und clean über Classic Rock bis hin zu NuDistortion bis zum Abwinken mit reichlich Bassfundament.
Bassist Jaz Lochrie sorgt ausser für die Tieftöne für stimmliche Unterhaltung in Form von Gesang und fast ebenso bühnenreife Sprüche.
Beim Anblick von Nicko McBrain fragte ich mich allerdings, wozu Iron Maiden eigentlich noch diese Puppen von Eddie durch die Gegend schippern. Etwas grünes Makeup und Nicko kann den Part übernehmen. Sein Schlagzeugspiel ist und bleibt allerdings über Zweifel erhaben, selbst wenn er schwülstige 70s pop Liedchen begleitet.


Chris George in Marshall ModeFours Mode 4
     

Die echten Gewinner dieser Messe für mich (als Gitarrist) waren und sind allerdings die FretKing Gitarren. Zwar konnte ich keinen FretKing Messestand finden, aber Marshall benutzt, sowohl in der Band, als auch im Ausstellungsbereich, ausschliesslich FretKing Gitarren. Ich war schwer beeinDRUCKt vom Sound Phil Hilbornes (Corona EU III HB) und Chris Georges (Esprit EU V). Später konnte ich eine Corona III HB über einen kleinen Marshall MG15DFX 15W Übungamp (warum gab's sowas nicht, als ich vor 12 Jahren meinen Fender X-15 gekauft habe?) spielen. Für diese Corona III würde ich glatt meine Fender American Standard eintauschen (allerdings nur wenn Wertausgleich erfolgt, da die Fender wahrscheinlich das dreifache kostet).

FretKing
     

Politik von Peavey?

Letztes Jahr hingen überall die Star Sprangled Banner Gitarren herum, welche wahrscheinlich die direkte Reaktion amerikanischer Designer auf die Terroristenanschläge des 11 Septembers waren und den amerikanischen, trotzigen Nationalstolz nach dem Weichen der ersten Erschüttertheit wiedergaben.
Dieses Jahf knüpft Peavey an dieser Idee an und bringt gleich haufenweise fahnenlackierte Wolfgang Modelle heraus. Wer sich also aufgrund der aktuellen politischen Lage als Deutscher ungerecht behandelt oder unverstanden fühlt, sollte sich doch gleich die nebenstehende Wolfgang mit der bundesrepublikanischen Fahne bestellen!

     

Laney hatte mit Andy Timmons meiner Meinung nach den wohl vielsaitigsten E-Gitarristen als Endorser zu bieten. Er machte seine Vorführung zu einer Auflistung, was Nachwuchsgitarristen alles üben sollten (Ton, Vibrato, Bends, Slides, 3-Noten-pro-Saite Skalen, String Skipping etc pp). Und all dies eingebettet in funktionierenden Songs (OK, vielleicht "für Musiker funktionierende" Songs).
Nur in der Geschwindigkeitsdisziplin musste er die Krone an Deans Michael Angelo abgeben, welcher kürzlich vom amerikanischen Guitar One Magazin zum "Nummer 1 Shredder of alltime" gewählt wurde. (War das eigentlich Angelo, der bei dieser Band "Hootle the MOP" mitspielte?) Er holte seine Doppelgitarre (nicht zu verwechseln mit lächerlichen Doubleneck Gitarren!) heraus und spielte dieses Monster tatsächlich. Die Leute machen halt wirklich ALLES, um berühmt zu werden! Nichtsdestoweniger ein netter Kerl aus Chicago.


Michael Angelo für Dean. ...genialbern!?!
 
 
© 2001-2003 Anand Kumar